Single Blog

Die hohe Kunst des Fragenstellens in Englisch

Im Wald geht das Gerücht um, der Bär habe eine Todesliste. Die Tiere des Waldes zittern vor Angst. Jeder fragt sich, ob sein Name wohl auch auf dieser Todesliste steht. Endlich fasst sich der Hirsch ein Herz, geht zum Bären und fragt: „Stehe ich auf der Todesliste?“ „Ja, du stehst auf der Liste“, antwortet ihm der Bär. Zwei Tage später ist der Hirsch tot. Die übrigen Tiere sind erschüttert. Ihre Angst nimmt zu. Nach einigen Tagen nimmt der Keiler allen Mut zusammen, geht zum Bären und fragt diesen: „Stehe ich auf deiner Todesliste?“ „Ja“, antwortet ihm der Bär, „du steht auf der Liste.“ Nach zwei Tagen findet man den Keiler tot im Unterholz.

Nun sind alle Tiere wie gelähmt vor Angst. Endlich, nach einigen Tagen  rappelt sich der Hase auf und macht sich auf den Weg zum Bären. Ängstlich fragt er: „Stehe ich auch auf deiner Todesliste?“ „Ja“, ist wiederum die Antwort, „Du stehst auf der Liste“.
„Kannst du mich streichen?“, fragt der Hase. „Na klar!“ antwortet der Bär.

Und was können wir vom Häschen lernen? Es ist nicht nur wichtig, dass man Fragen stellt, sondern dass man die richtigen Fragen stellt.

Verwenden Sie in Englisch immer die richtigen Fragen? Kennen Sie die wirkungsvollen Fragetechniken in Englisch? Wissen Sie worauf es ankommt? Wenn Sie jetzt denken, dass eine Frage in Englisch stellen doch überhaupt nichts Besonderes sei, dann liegen Sie womöglich falsch. Es steckt mehr dahinter als nur die korrekte Grammatik anwenden.

Zum besseren Verständniss hier ein Beispiel: eine Frage beginnend mit „why“ kann Ihren Gesprächspartner sehr leicht in die Defensive drängen. Eine bessere Fragestellung beginnt mit „what“

„Why did you do that?“ Wie hört sich das an? Anklagend, beschuldigend, ..???

“What made you do that?“ Und das?

Wenn Sie jetzt keinen großen Unterschied feststellen, dann verwundert mich das nicht. Es ist allerdings erwiesen, dass bestimmte Wörter in unserem Gehirn eine bestimmte Wirkung haben. Das Fragewort „why“ ist eines davon. Wir verarbeiten dieses Wörtchen mit „Angriff, Beschuldigung, Anschuldigung“ wogegen „what“ unser Gehirn eher zum nachdenken anregt. Wir fühlen uns weniger angegriffen und finden durch diese Fragestellung eine lösungsorientiertere Antwort.

Vielleicht denken Sie nochmal darüber nach, ob Sie im Englischen immer den passenden Ton anschlagen, gerade wenn es um eine Frage geht. Viel Erfolg dabei!

Comments (0)