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Was soll ich als Führungskraft auffrischen?

Es gibt so Wörter im Englischen, deren Bedeutung erscheint uns so klar und sinnvoll, dass wir sie niemals hinterfragen. Vielleicht haben wir sie einmal gehört und seitdem haben sie sich in unseren Sprachgebrauch eingeschlichen. Vielleicht haben wir sie aber auch abgeleitet, weil manche Wörter sich eben ähnlich sind und die Bedeutung einfach nahe liegt.


Das ist ja prinzipiell auch sehr schlau und ganz oft hilft es auch super. Aber Sie haben sicherlich früher in der Schule schon mal von den sogenannten „False Friends“ gehört. Bei denen geht es darum, ein deutsches Wort unpassend ins Englische abzuleiten. Ein Beispiel wäre der Flur, der nicht floor ist. Na, klingelts? Solche Problemchen gibt es aber eben auch, wenn man die Bedeutung von bekannten englischen Worten ableitet. Und weil die Bedeutung da eben so nahe liegt, dass wir niemals auf die Idee kommen, diese zu hinterfragen, sollten Sie ab und zu Ihr Schulenglisch ein bisschen auffrischen. Tipps, wie sie das ganz einfach hinbekommen, wollen wir Ihnen hier liefern.

To consult or not to consult

Ein Beispiel für einen solchen Fall, der möglicherweise einen kleinen Tipp zur Auffrischung benötigt, ist die Kombination aus „consultant“ und „to consult“.

Das Wort „business consultant“ wird von Managern, Unternehmern und Führungskräften häufig benutzt. Man muss halt öfter mal eben jemanden zu Rate ziehen, nämlich seinen Berater.
Die Annahme, dass das Verb „to consult“ dann auch „beraten“ bedeutet, klingt zunächst auch super logisch. Ist aber eben leider falsch. „To consult“ bedeutet nämlich so viel wie „zu Rate ziehen“, oder „jemanden um Rat fragen“. Wenn man jetzt so darüber nachdenkt, ist auch das eigentlich ganz logisch, denn das deutsche Wort „konsultieren“ benutzen wir ja doch ab und zu mal.

Der Teufel liegt im Detail

Nun mag man ja denken „ist doch egal in welche Richtung man berät, die Message wird schon ankommen“. Aber nun stellen Sie sich doch mal vor, jemand sagt Ihnen, Sie sollten bitte mal eben den Kollegen Sowieso beraten: „You should really consult Mr. Sowieso on that!“ Sie stiefeln frohen Mutes los und beraten fröhlich den Kollegen, der Sie etwas entgeistert anschaut…denn eigentlich sollten Sie ihn gar nicht beraten, sondern sich von ihm beraten lassen! Wie unangenehm.
Andersherum ist es auch nicht viel besser. Wenn Sie als Führungskraft jemandem sagen wollen, er möge doch bitte den Kollegen Sowieso beraten – also jetzt wirklich dieses Mal – und sie tun das mit denselben Worten, wird das dazu führen, dass Kollege Sowieso nicht beraten wird. Und weil es ja vermutlich einen Grund dafür gab, dass Kollege Sowieso beraten werden sollte, ist es auch nicht so richtig gut, wenn er jetzt stattdessen den Kollegen berät, den Sie gerade losgeschickt haben, weil der ja schließlich den Herrn Sowieso konsultieren sollte.
Wie man es auch dreht und wendet, es ist schon nicht schlecht, wenn Sie ihr Englisch etwas auffrischen, damit Sie die Situation als Manager tatsächlich auch managen und jedem immer sagen können, wer jetzt gerade wen beraten soll.

Wie heißt es denn nun richtig? 

Wenn ich jemanden tatsächlich beraten möchte, dann sage ich auf Englisch ganz einfach „to give advice“, also Ratschläge erteilen. In unserem Beispiel würde ich dann sagen „Can you give some advice to Mr. Sowieso, please?“

Tipp:
Als Eselsbrücke für das ganze Dilemma hat sich der einfache Satz „I have to consult my business consultant“ bewährt, denn natürlich will ich meinen Berater nicht beraten, sondern halt…konsultieren. Ist doch eigentlich ganz logisch, oder?

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